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Leben in der Steinzeit

07.07.2007

Leben in der Steinzeit

07.07.2007

Steinzeitfest vermittelte Eindrücke vom Leben der Urmenschen

SteinzeitfestDas Begleitprogramm zur Ausstellung Vom Menschen der Urzeit des Vereins Homo heidelbergensis startete mit einer zweitägiger Auftaktveranstaltung. Aktionsstation für Aktionsstation durchliefen ca. 1800 interessierte Besucher und einer Vielzahl von Kindern bei der zweitägigen Auftaktveranstaltung des Vereins Homo heidelbergensis am 7. und 8. Juli auf dem Gelände der Familie R. Heid und sammelten eine ganze Menge konkretes Wissen über das "Leben in der Steinzeit". So lautet auch der Titel des Begleitprogramms mit Einzelaktionen an allen folgenden Sonntagen während des Ausstellungszeitraums zur 100jährigen Fundwiederkehr des Homo heidelbergensis im Hof der Ausstellungs-Station 1, Bahnhofstraße 4, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Anne Reichert (Ettlingen-Bruchhausen), die sich intensiv der experimentellen Archäologie widmet und auf diese Weise in der Praxis manch archäologische Annahme korrigieren konnte, stellte die zur Herstellung von Kleidung und Gebrauchsgeräten verwendeten Materialien wie Hanf, Lindenbast, Flachs, Brennnessel oder Binsen vor. Eine Station zeigte Herstellung und Einsatz der Steinwerkzeuge. Schnitzversuche am hölzernen Speer mit den auf diese Weise gewonnenen Steinzeit-Messern konnten gleich nebenan bei Prof. Dr. Clemens Eibner (Institut für Ur- und Frühgeschichte der Uni Heidelberg) vorgenommen werden. Er demonstrierte mit seinem Studententeam die Herstellung eines Holzspeeres allein durch die Bearbeitung der Steinabsplitterungen.

Essen war ein Thema - auch in der Steinzeit. Aus einer Grube entstand ein Erdofen, in dem ein zerlegtes Lamm auf von der Glut erhitzten Steinen gegart wurde. Das setzte natürlich das Entzünden eines Feuers mittels Zusammenschlagen von Feuersteinen voraus - auch darin konnte man sich probieren. Der Tisch in der Steinzeit war von engagierten Urmenschen-Nachfahren aus Mauer schon reich gedeckt und bestand aus gesammelten Früchten, Beeren, Nüssen, Gemüse und Kräutern. Getreide wurde mit Steinen zermahlen und auf einem heißen Stein ließen sich kleine Pfannkuchen zubereiten.

Wer Jagen will, muss auch Steinwurf, Speerwurf und Bogenschießen beherrschen. Dies war insbesondere bei den Kindern die große Attraktion, die sich im Zielschießen auf große Strohballen übten. Als kleine Belohnung für diesen Einsatz erhielten sie kleine gebohrte Astscheibchen zum Sammeln. Sie ließen sich bei einer weiteren Station zu einer Kette aufreihen. Auf Sandsteinen geschliffen entstand ein attraktiver Halsschmuck. Wer nicht so viel Geduld hatte, konnte einen Kette aus Holzscheibchen mit "Erd- und Sonnenbäumen" gegen zwei Euro tauschen. Mit Erdfarben, die die Steinzeitmenschen zum Bemalen der Höhlenwände benutzten, konnte ebenfalls beim Steinzeitfest experimentiert werden.

Stimmungsvolle Baumstammfeuer am Abend luden zum Stockbrotgaren ein und danach hörten die Kinder eine Lesung aus dem Kinderbuch "Das fantastische Zeit-Fernglas". Diese Geschichte um den neuzeitlichen Jungen Tommy, der dank einer "Zeitmaschine" - sie ist in diesem Fall ein Zeit-Fernglas in die Steinzeit reisen kann, und seinen Steinzeitfreund Tschuko brachte den Kindern das Thema spannend und mit viel Detailwissen erzählt näher.

In die Welt der Steinzeit tauchten die Erwachsenen in dem abschließenden Nachtvortrag von Prof. Dr. Clemens Eibner ein, der der Frage nachging: "Was wissen wir von den altsteinzeitlichen Geräten des Homo heidelbergensis?"

Der Sonntag mit schönen Wetter führte noch mehr Familien und Kinder aus der gesamten Region nach Mauer zur Steinzeitwiese und zur Ausstellung ins Dorf mit dem Original, Museum und in die Sandgrube Grafenrain. Auch Daniel Hartmann, der berühmte Finder des Homo heidelbergensis durfte nicht fehlen. Wie vor 100 Jahren lief er durch das Steinzeitfest und die Maurer Straßen und rief immer wieder, unter dem Staunen der Besucher, seinen legendären Ausspruch aus:

Heit hawwi de Adam gfunne.


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