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Welche Bedeutung hat der Homo heidelbergensis für das Land Baden-Württemberg?

30. Januar 2007

Welche Bedeutung hat der Homo heidelbergensis für das Land Baden-Württemberg?

30. Januar 2007 

Staatsekretär Dr. Dietrich Birk MdL und Elke Brunnemer MdL informierten sich zum 100-jährigen Fundjubiläum beim gleichnamigen Verein

Homo heidelbergensis: Den Originalunterkieferfund betrachten von links Dr. Johanna Kontny, Staatssekretär Dr. Dietrich Birk MdL, Erich Mick, Elke Brunnemer MdL und Bürgermeister Jörg AlbrechtBereits zum zweiten Mal in diesem Jahr besuchte der Originalfund des Homo heidelbergensis seinen Fundort Mauer und zwar aus besonderen Anlass: In diesem Jahr jährt sich die 100. Fundwiederkehr, die der Verein Homo heidelbergensis von Mauer e.V. in Zusammenarbeit mit dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg durch ein Reihe informativer und attraktiver Veranstaltungen würdigt. Der gut 600 000 Jahre alte urmenschliche Unterkiefer ist nicht nur der älteste Baden-Württemberger überhaupt, sondern auch der älteste Mitteleuropäer. Dies erstaunte Staatssekretär Dr. Dietrich Birk, MdL vom Wissenschaftsministerium des Landes bei seiner Visite: "Dass der Homo heidelbergensis aus Mauer kommt, war mir nicht bekannt."

Die Gemeinde und der Verein verbinden mit dem Jubiläum das Anliegen, so Bürgermeister Jörg Albrecht, dem Fund zu einer seiner Bedeutung gemäßen Darstellung zu verhelfen. Dies soll durch die Veranstaltungsreihe genauso geschehen, wie durch die in die Zukunft gerichtete Vision des Vereins, in der Gemeinde ein Hominidenzentrum zu errichten.

Im Alltag begnügt man sich in Mauer für gewöhnlich mit der Nachbildung des Unterkiefers, der in den Sanden eines früheren Neckarmäanders gefunden wurde und im Museum im Rathaus gezeigt wird. Prof. Dr. Thilo Bechstädt und Dr. Johanna Kontny vom Institut hatten das Original aus dem Tresor, wo er für gewöhnlich aufbewahrt wird, geholt und in einer schwarzen Schatulle mit nach Mauer gebracht. Wenn der berühmte Fund zum dritten Mal nach Mauer während der Sonderausstellung von 16. Juni bis 25. November 2007 kommt, wird er in zu einem Hochsicherheitstrakt umgebauten Erdgeschoss im Heid'schen Haus bleiben, erläuterte Vorsitzender Erich Mick. Geplant ist zum Jubiläum außerdem die Veröffentlichung eines populär wissenschaftlich geschriebenen Buches über die Erkenntnisse um den Unterkieferfund der vergangenen Jahre. Das Museum im Rathaus erfährt derzeit Umbau und Erneuerung, um für die Veranstaltungen gerüstet zu sein. Die Fundstelle in der Sandgrube Grafenrain wird freigelegt, es wird eine Neuauflage der Erstveröffentlichung von Prof. Otto Schoetensack "Der Unterkiefer des Homo heidelbergensis" geben und auch ein Film über "2 Mio. Jahre Flussgeschichte" entstand.

Anerkennung erfuhr der rührige Verein durch Elke Brunnemer, MdL: "Das Jubiläum ist eine große Herausforderung." Erich Mick dankte ihr für Ihre Initiative, Staatssekretär Dr. Birk zum Besuch nach Mauer zu gewinnen. Er wisse in "seiner" Landtagsabgeordnete, die auch Mitglied im Verein ist, eine engagierte Politikerin in Stuttgart und im Wahlkreis zu haben. Bei allem Enthusiasmus sieht sich die Gemeinde und der Verein aber in seinen Bemühungen von Landesseite bislang noch wenig unterstützt, deshalb seien solche Kontakte sehr wichtig. Man wolle das berühmte Kleinod aus Mauer dadurch bewusster machen und es wurde vom Vorsitzenden formuliert, wo der Schuh drückt: "Es wäre einmal schön zu erfahren, was der Homo heidelbergensis für unser Land Baden-Württemberg bedeutet, der letztlich in der ganzen Welt bekannt und in allen großen Welt-Museen zu finden ist."

Staatsekretär Birk zeigte sich nicht allein von dem Originalunterkiefer sehr beeindruckt, sondern auch von der Darstellung des Vereins mit Infozentrum im 1630 erbauten Fachwerkhaus "Heid'sches Haus", der Vortragsreihe, seinen Arbeitskreisen wie: Feldforschung, Archiv/Bibliothek, Archäometrie, Internet und Junior-Club oder seinen wissenschaftlichen Projekten, wie "Bestandsaufnahme und Dokumentation der Fossilien aus den Maurer Sanden" und "Dokumentation der Neckarschlinge von Mauer". Besonders ausgiebig interessierten sich Dr. Birk und Elke Brunnemer über die in Vorbereitung stehende Ausstellung. All dies ist nur möglich durch großes ehrenamtliches Engagement, Förderer wie die Klaus Tschira Stiftung gGmbH und weitere Sponsoren.

Dr. Birk sagte zu, Fraktion und Kabinett über das Thema zu informieren und konnte sich darüber hinaus vorstellen im Rahmen der Landesausstellung zur Eiszeit in Stuttgart im Jahre 2009, den ältesten Mitteleuropäer, der auch der Vater des Neandertalers ist, zu integrieren. Die Existenz des Geologisch-Paläontologischen Instituts, das die wissenschaftliche Betreuung des Fundes vor der eigenen Haustür begleite, sei auch dem Ruf der Uni Heidelberg dienlich, beantwortete er die besorgten Fragen der Wissenschaftler um einen Fortbestand dieses universitären Bereichs.


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