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Landrat Dr. Schütz begeistert von Initiativen zum Jubiläumsjahr

Landrat Dr. Schütz begeistert von Initiativen zum Jubiläumsjahr

Der Vorsitzende des Verein Homo heidelbergensis, Erich Mick (links), Landrat Dr. Schütz und Bürgermeister Jörg Albrecht (rechts) freuen sich über den prominenten Vereinszuwachs. Er steht am Beginn der menschlichen Entwicklung in Mitteleuropa und in diesem Jahr feiert er das 100jährige Jubiläum seiner Entdeckung: Der Homo heidelbergensis. In Mauer, dem Fundort des 600.000 Jahre alten berühmten Unterkiefers, dreht sich deshalb 2007 unter dem Motto "Vom Menschen der Urzeit". Vieles rund um die Fundwiederkehr, vom ersten, kurzen Besuch des Originalunterkiefers zum Neujahrsempfang der Gemeinde am 1. Januar, über eine interessante Vortragsreihe bis zur ambitionierten Jubiläumsausstellung ab Mitte Juni mit begleitenden themenrelevanten Aktionen, wie etwa die Herstellung von Stein- und Holzwerkzeugen in der Urzeit. Über alle diese Aktivitäten hat sich kürzlich auch Landrat Dr. Jürgen Schütz beim Verein "Homo heidelbergensis von Mauer e. V." und der Gemeinde Mauer informiert. Vereinsvorsitzender und Altbürgermeister Erich Mick und der amtierende Bürgermeister Jörg Albrecht konnten dabei den Landrat auch als neues Mitglied des rührigen Vereins gewinnen.

Der Landrat zeigte sich im Heid'schen Haus, dem Vereins- und Informationszentrum in der Bahnhofstraße 4, in dem ab 16. Juni auch der Originalunterkiefer unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu sehen sein wird, beeindruckt von der Vorbereitung der Jubiläumsaktivitäten in Mauer: "Was hier mit Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen entsteht, ist wirklich hervorragend." Zusammen mit den Verantwortlichen erhofft er sich den Unterkiefer als "Magnet der regionalen und überregional Geschichtsbegeisterten", denn "die Entwicklungsgeschichte der Menschheit ist mit ihren spektakulären Funden aus Fauna und Flora immer ein spannendes Thema." Und wenn in Mauer auch keine weiteren Knochen des Homo heidelbergensis gefunden wurden, erlauben die aus den Sandgruben zutage gekommenen Fossilien von Waldelefanten, Waldnashorn, Wildpferd, Hirsch, Reh, Elch, Wildschwein, Flusspferd, Biber und Wildkatze, aber auch von Bär, Wolf, Leopard, Säbelzahnkatze und Hyäne einen Einblick in die nicht ungefährliche Umwelt eines warmgemäßigten, maritimen Klimas, wie PD. Dr. Jürgen Schweizer erläuterte. Über 5.000 Fossilien sind bis heute bekannt, verstreut zum Teil in der ganzen Welt. Sie digital zu katalogisieren und zu klassifizieren, nicht nur darin unterstützt die Klaus Tschira Stiftung den Verein. Dank der Förderung können weitere wissenschaftliche Projekte stattfinden, erfuhr Dr. Schütz.

PD Dr. Jürgen Schweizer, Bürgermeister Jörg Albrecht, Landrat Dr. Schütz und Erich Mick.Bürgermeister Albrecht, der dankbar um die "überaus engagierten Mannschaft des Vereins" ist, informierte den Landrat, dass auch das urgeschichtliche Museum im Rathaus für das Jubiläumsjahr überarbeitet wird, das am 21. Oktober 2007 seinen Höhepunkt hat. Dann, vor genau 100 Jahren, hatte der Arbeiter Daniel Hartmann in der Sandgrube im Gewann Grafenrain, die für das Jubiläum bis auf das damalige Fundniveau hinunter für die Besucher gesichert und anschaulich hergerichtet wird, seinen inzwischen weltberühmten Fund gemacht, "den Adam". Dazu ist, ebenfalls mit Unterstützung der Tschira Stiftung ein neues Buch in Arbeit. Auch eine Multimedia-Produktion wird es geben. Unterstützt werden Gemeinde und Verein von Sponsoren, wie der Sparkasse Heidelberg oder der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ellen Lauterbach und anderen, von den Museen und Universitäten, insbesondere den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe, dem Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg sowie vom Geopark Bergstraße-Odenwald. Ebenfalls engagiert mit dabei ist für den Bereich der ehemaligen Sandgrube der Naturpark Neckartal-Odenwald.

Heute weiß man, dass "der Adam" als über 600.000 Jahre alter Homo heidelbergensis aus Mauer eine zentrale Stellung im menschlichen Stammbaum einnimmt. Er ist Namen gebend für alle Urmenschen, die mit den gleichen Merkmalen in Afrika und in Europa gefunden wurden, seine asiatischen Verwandten werden heute Homo erectus genannt. Vor über 1 Mio. Jahre entwickelten sich die Heidelberger Menschen, die Werkzeuge einsetzen und Geräten herstellen sowie das Feuer nutzen konnten, in Afrika, von wo aus sie sich ausbreiteten. Aus ihrer Art entstanden vor rd. 200.000 Jahren zum einen die Neandertaler und zum anderen wir, die modernen Menschen.


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